O-M-G! Es ist so ziemlich DER Alptraum schlechthin: Madenwürmer im Stuhl des Kindes! Dabei sind sie relativ harmlos – und schützen womöglich vor Allergien. Bandwürmer dagegen sind sehr gefährlich.

Nope, es ist definitiv kein schöner Anblick, wenn man ins Töpfchen blickt und im Stuhl des eigenen Kindes wuseln kleine, ungefähr zwei Zentimeter große, weiße Würmer. Nachdem sich der Ekel halbwegs gelegt hat, stellt man sich automatisch die Frage: Ist das gefährlich? Geht das wieder weg? Und wo um Himmels willen hat sich das Kind das eingefangen?

Keine Panik – in erster Linie lautet die Devise: Ruhig bleiben. Das bestätigt auch Dr. Bernd Simon, Kinder- und Jugendarzt aus München: „Vermutlich hat jedes Kind irgendwann ­diese Parasiten. Die Eier der Maden- oder Fadenwürmer lauern bevorzugt auf ungewaschenem Salat, Obst oder Gemüse und gelangen so in den Körper. Im Darm entwickeln sich dann binnen weniger Stunden ­erwachsene Würmer. Nachts kriechen die Weibchen aus dem After und legen ­ihre Eier in nächster Umgebung des Darmausgangs ab. Ein Wurmweibchen schafft bis zu 17.000 Eier. Und das juckt.“ Weil sich das Baby am Po kratzt, bleiben die Wurm­eier unter den Fingernägeln hängen – das Kind infiziert sich von Neuem. Außerdem bleiben die mit bloßem Auge nicht erkennbaren winzig kleinen Eier an Gegenständen kleben, die das Kind berührt. Auf diese Weise infizieren sich auch andere Kinder, etwa in der Kita, und oft die ganze Familie.

Madenwürmer sind vergleichsweise harmlos

Wuseln Würmer im Stuhl herum, deutet dies auf einen starken Befall hin. Nicht schön – aber auch kein Grund zur Panik. Zwar ist ein Gang zum Arzt natürlich ratsam, grundsätzlich sind Madenwürmer aber vergleichsweise harmlos. In vielen Fällen bleibt der Befall sogar oft unbemerkt. Im Gegenteil: Experten gehen sogar davon aus, dass Wurminfektionen das Allergierisiko erheblich senken können. Dies hängt damit zusammen, dass bestimmte Immunzellen, sogenannte regulatorische T-Zellen, durch Wurminfektionen angeregt werden. Der Parasit: ein biologisches Antiallergikum? Für diese Aussage fehlt es zurzeit allerdings noch an aussagekräftigen Studien.

Behandlungsbedürftig nur bei Beschwerden

In den meisten Fällen bemerkt man nicht einmal, dass ein Erwachsener oder ein Kind von Madenwürmern befallen ist. „Dementsprechend ist auch meist keine Behandlung notwendig, weil sie harmlos sind“, sagt Dr. Simon. Leidet jemand aber unter Schlafstörungen und Juckreiz oder klagt über Bauchweh oder allgemeines Unwohlsein, dann setzt der Arzt Medikamente ein. Ebenso, wenn jemand stark befallen ist.

Achtung vor Bandwürmern!

OMG – das ist der Stoff aus dem Horrorfilme sind: Ein Bandwurm kann im Körper eines Menschen (!) zu beachtlicher Größe heranwachsen. Der wohl bekannteste unter den Wurmarten überträgt sich durch den Verzehr von rohem Fleisch oder Fisch. Der Bandwurm siedelt sich gerne im Darm an und kann bis zu 15 Meter lang werden. Er kann Verdauungsprobleme und Übelkeit auslösen. Selten nistet sich der Bandwurm im Gehirn oder in der Leber ein, dann kann er lebensbedrohliche Krankheiten verursachen.

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