In den ersten Tagen nach der Geburt passieren viele Umstellungen im Körper des neuen Erdenbürgers. Eine davon hat mit der Neugeborenengelbsucht zu tun und ist ganz normal!

Wenn das Baby gelb wird, lagert sich Bilirubin – der Gallenfarbstoff der durch den Zerfall der roten Blutkörperchen entsteht –  in der Haut und in den Schleimhäuten ab, weil es nicht ausreichend abgebaut werden kann – aber keine Panik! Dieser Vorgang ist in den ersten Tagen nach der Geburt ganz natürlich und die Hebammen sowie Krankenschwestern behalten die Grenzwerte im Auge! Wichtig ist, dass das Kind ausreichend gestillt wird. Je mehr Nahrung das Kind zu sich nimmt, desto mehr wird ausgeschieden und desto schneller wird es abgebaut. Jedes Kind macht diesen Prozess durch. Es kommt manchmal vor, dass der kleine Sonnenschein für einige Zeit unter eine blaue Lampe gelegt wird. Die Behandlung mittels Fototherapie zersetzt das Bilirubin, welches sich in der Haut abgelegt hat – sprich, sie übernimmt die Rolle, die sonst der Darm hätte 🙂 Die Werte werden mittels einer Messung über die Haut oder durch eine kleine Blutabnahme an der Ferse im Rahmen von dem PKU-Test kontrolliert.

Die physiologische Gelbsucht ist also normal in der ersten Lebenswoche. Wichtig ist nur, diesen im Auge zu behalten, bevor es zu einem Teufelskreis kommt: Trinken Kinder nicht effektiv an der Brust, scheiden sie wenig aus, das Bilirubin steigt und sie werden zunehmend schläfrig und trinken nicht effektiv.

Wichtig ist: das Baby nach Bedarf zu stillen beziehungsweise zu füttern – denn so wird das Bilirubin rasch abgebaut und der kleine Erdenbürger wird nicht (so stark) gelb.

Wissens-Box: Das Baby braucht im Bauch der Mama viele rote Blutkörperchen, die den Sauerstoff transportieren. Diese werden in der Fachsprache Erythrozyten genannt und zerfallen nach der Geburt, da das Baby selber atmet und diese in dieser Form nicht mehr gebraucht werden. Durch Mechanismen in Leber und Darm werden sie umgewandelt – und letztendlich ausgeschieden. Doch anfangs funktioniert alles langsam und muss sich noch einspielen …