Neulich stoße ich auf die Tücken von emotionaler Bestrafung. Wie man liest, trifft das auf viele überforderte Eltern zu, die ihre Kinder mit „Liebesentzug“ erpressen oder mit Ignorieren abstrafen. Grübbel, grübbel. Oje, was?! Genau genommen kann das schon mal passieren. Wenn meine Kinder bis an das Äußerste gehen, kann ich ihnen dafür ja nicht gerade um den Hals fallen. Natürlich fragt man nach, was die Kinder so reizbar macht oder sondiert, worüber sich ein Dreijähriger so in Rage weint, aber ich bin schließlich auch nur ein Mensch und kann nicht immer überall glücklich hinweg lächeln. Strafe ich meine Kinder mit bösen Blicken ab, ja! Oje.

Emotionale Manipulation

Aber emotionale Manipulation bedeutet mehr als einmal beleidigt zu sein. Es geht darum, alle dazu zu bringen, dass zu tun, was man will – ich bin aus dem Schneider, denn das gelingt mir nur ganz selten. Je länger ich darüber nachdenke, fällt mir auf, ich lebe mit einem Manipulator zusammen, oh Gott, ich erziehe ihn sogar! Mein Dreijähriger versucht zur Zeit sehr vehement seinen Kopf durchzusetzen, wenn es kein zweites Eis gibt – zuerst mit der Mitleidsmasche – gefolgt von einem Wutanfall, bei dem er sich meist wirklich irgendwo anstößt und dann mit der „Das-hat-jetzt-echt-wehgetan“-Tour noch eines drauf setzt.

Gefühlschaos

Es geht weiter. Kinder, die von ihren Eltern emotional erpresst werden, leiden meist unter dem Auf und Ab von Zuneigung und entwickeln daher ein schlechtes Selbstwertgefühl. Diese emotionale Hin- und Hergerissenheit führt dazu, dass die Heranwachsenden nicht wissen, wie sie sich überhaupt noch richtig verhalten sollen. Jup, das war’s. Endgültig, mein Sohn ist ein emotionaler Erpresser, er geht völlig selbstbewusst durch die Trotzphase und keiner hat mehr einen blassen Schimmer, wie man’s ihm recht machen kann, unser elterlicher Selbstwert – total im Keller.