Muss oder soll man sich vor der Geburt rasieren? Wir klären auf!

Früher galt die Rasur vor der Geburt als hygienischer Standard. Heute wird meist davon abgesehen, routinemäßig im Kreißsaal zum Einwegrasierer zu greifen. Durch Schamhaare sind die Infektionen sogar in den letzten Jahren zurückgegangen.

Die WHO sieht keine Indikation für eine Rasur im Intimbereich vor einer vaginalen Geburt.

Organe und eben auch die Haut sind in der Schwangerschaft stärker durchblutet. Die Gefahr, sich bei der Rasur zu schneiden und zu bluten ist also erhöht. Problematisch sind die kleinen, kaum sichtbaren Verletzungen im Alltag nicht, jedoch lauern im Krankenhaus viele Keime, darunter auch multiresistente Bösewichter, die gegen die gängigen Antibiotika standhaft sind.

Dennoch: Für den Fall eines Kaiserschnittes ist es von Vorteil, ein wenig am unteren Bauch und in der Slipgegend rasiert zu sein. Der Schnitt wird meist als „Bikinischnitt“ gesetzt, sodass die Narbe später durch Bikini- oder Unterhose verdeckt wird. Nach den neusten Richtlinien, ist nämlich die Rasur kurz vor der Entbindung nicht besonders günstig, da Mikroverletzungen gesetzt werden können, die das Infektionsrisiko erhöhen. Enthaarungscremes sind auch nicht das Wahre, da allergische Reaktionen auftreten können. Wachsen oder Epilieren kann in der Schwangerschaft auf Grund der stärkeren Durchblutung des Gewebes schmerzhafter als sonst sein.

Unser Tipp: Wenn eine Rasur notwendig ist, einige Tage vor einem geplanten Kaiserschnitt in Ruhe zuhause den unteren Teil des Bauches und über dem Schambein rasieren – im Intimbereich ist eine Rasur vor einem Kaiserschnitt nicht notwendig. Somit kann sich die Haut bis zur Operation erholen, Mikroverletzungen heilen ab und Verklebungen der Härchen mit der Narbe gehören damit zur Vergangenheit.

Manche Krankenhäuser verzichten auch bei einem Kaiserschnitt auf eine Rasur. Einfach beim Geburtsinformationsabend nachfragen, wie es gewünscht oder gehandhabt wird.