Eine Schwangerschaft dauert in der Regel rund 40 Wochen. Doch manchmal kommen die Kleinen etwas früher.

Nur vier Prozent der Kinder kommen exakt am errechneten oder per Ultraschall korrigierten Geburtstermin. Knapp acht Prozent der Kinder kamen 2015 laut Statistik Austria zu früh auf die Welt. Zu früh bedeutet, vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche. Die Zahlen sind in den letzten zehn Jahren ziemlich gleichbleibend. Vor der abgeschlossenen 34. Schwangerschaftswoche werden die Wehen medikamentös gehemmt. Danach ist das Kind soweit entwickelt, dass es gut außerhalb des Mutterleibs überleben kann. Die Medizin ist mittlerweile schon soweit fortgeschritten, dass große Schwerpunktkliniken mit neonatologischer Intensivversorgung schon in der Mitte der 20. Schwangerschaftswoche eine hohe Zahl an überlebenden Frühchen ermöglichen.

Doch warum, weshalb, wieso kommt es zu einer Frühgeburt?

Frühgeburten beginnen entweder durch einen Blasensprung oder durch Wehentätigkeit – wie auch Termingeburten. Oder, es besteht eine medizinische Indikation, die Mutter oder Kind in Gefahr begibt und es verfrüht zur Geburt kommen muss, zum Beispiel bei einem pathologischen Ultraschall oder schlechten Blutwerten der Mutter. Natürlich wird hier eine Risiko-Nutzen-Abwägung durchgeführt. Jede vierte Frühgeburt wird aufgrund von Erkrankungen der Mutter oder des Kindes herbeigeführt.

Infektionen sind die häufigste Ursache für eine verfrühte Geburt. Diese können hochsteigen und somit die Fruchtblase erreichen. Somit wäre das Baby in Gefahr und der Körper bereitet sich für eine Geburt vor. Erkennbar ist das durch Blasensprung, Wehen, Blutungen oder per Ultraschall, da sich der Gebärmutterhals verkürzt und öffnet.

Durch einen erhöhten Blutdruck ist die Versorgung des Babys im Bauch nicht mehr optimal gewährleistet. Kommen weitere Faktoren dazu, wie Eiweiß im Harn, Kopfschmerzen oder Schwindel, muss das Baby frühzeitig geholt werden, da sich die Gefäße im Mutterkuchen verengen und das Baby nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird.

Psychische Probleme, Stress oder belastende Situationen können ebenso zu einer Frühgeburt führen. Deshalb gilt, falls ein Frühgeburtsbestreben vorliegt, sich Ruhe und Entspannung, bis hin zu Bettruhe, zu gönnen. Nicht selten ist Ruhe sogar eine ärztliche Anordnung

Sehr junge Frauen und Frauen ab Mitte 30 haben ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt. Auch starkes Unter- oder Übergewicht sind nicht die besten Voraussetzungen für eine Schwangerschaft.

Alkohol, Drogen und Rauchen können auch zu einer Frühgeburt führen, da das Ungeborene im Mutterleib nicht mehr optimal versorgt werden, da der Mutterkuchen nicht mehr optimal arbeiten kann. In Folge haben diese Babys mit Entzugserscheinungen zu kämpfen.